In der Ausgabe der heutigen KN war ein Artikel der Ortsbeiräte Steinau und Marborn zu einem Zeitungsartikel vom Samstag, den 19.05.2018. Dieser wurde von der Presse stark verkürzt, daher gebe ich hier den Originalwortlaut wieder:

 

Leserbrief Ortsbeiräte Steinau und Marborn zum Artikel in den KN „Unzumutbare Auswirkungen auf die Gesundheit“ vom 19.05.2018

 

Bravo Deutsche Bahn AG! Sie haben es trotz aller möglichen Foren geschafft, dass sich nun die Menschen im oberen Kinzigtal bekriegen! Das klingt hart, aber man gewinnt den Eindruck. Aus sieben möglichen Trassenvarianten wurde auf zwei reduziert, die Variante IV und VII. Die aus unserer Sicht erträglichsten Varianten I – III durch den Spessart, die sicher am wenigsten Menschen belasten würden, hat man einfach mal, offiziell aus Umweltschutzgründen, bei Seite geschoben. Ein Schelm wer Böses dabei denkt. Vielleicht hat es unserem südlichen Nachbarn politisch einfach nicht gepasst, und schon sind die Varianten vom Tisch. Vielleicht nun mit ein Grund, dass man nun aus Dankbarkeit Kruzifixe in die bayrischen Amtsstuben hängt.

 

Wir haben Verständnis, dass sich alle Betroffenen gegen die Variante wenden, die sie in Ihrer Lebensqualität einschränken. Aber wenn man die Presse in den letzten Wochen zu diesem Thema liest werden vielfach Argumente und Gründe vorgetragen, warum eine der beiden Trassenvarianten nicht geht. Wenn man aber ehrlich ist, gelten die Gründe, die gegen die eine Variante vorgebracht werden, die einen selbst betrifft, auch für die Variante, die man zwangsläufig nicht haben möchte. „Unzumutbare Auswirkungen auf die Gesundheit“, gilt das nur für die Menschen im Vogelsberg und nicht für die Menschen im Kinzigtal? Diese sind sowieso schon lärmgeplagt, aber da kann man ja noch draufsatteln! Auch im Kinzigtal hätten wir Baulärm, auch jahrelang, und der belastet die Menschen hier genauso wie im Vogelsberg. Wir wollen gar keine der beiden Varianten, da Sie unserer Region außer jahrelangem Lärm und Dreck nichts bringen. Und die Beteuerungen der Bahn, dass dann endlich auch mal Lärmschutz auf die Altstrecke kommt, wer glaubt das denn noch? Das Problem wird schon jahrzehntelang diskutiert, passiert ist nichts, angeblich weil kein gesetzlicher Anspruch auf Lärmschutz auf der Bestandsstrecke besteht. Hahaha! Und auf der Neubaustrecke, egal welche, wird es dann besser?

 

Seit 2002 gibt es die Bürgerinitiative „Keine neue Bahn im Kinzigtal“, solange sind die Trassen durch das Kinzigtal schon in der Diskussion. Der Vorstand und viele weitere Personen engagieren sich seit Jahren hervorragend für die Belange der Einwohner von Bad Soden-Salmünster, Steinau und tlw. Schlüchtern, bringen sich in den Foren ein und informieren die Betroffenen. Aber sie machen das leise. Man könnte den Eindruck haben, wer am lautesten schreit der verhindert die Trasse, aber dem wird nicht so sein. Die BI ist mit den Kolleginnen und Kollegen aus Bad Soden-Salmünster da präsent, wo es sein muss und vertritt hier unsere Belange.

 

Die Ortbeiräte von Steinau und Marborn sind gegen die Variante IV durch das Kinzigtal. Mit der Variante IV werden tausende Menschen im Kinzigtal noch stärker mit Lärm belastet, das ist nicht zumutbar. Auch wird das Naherholungsgebiet Kinzigstausee durch eine hohe Brücke zerstört, nicht zu unterschätzen die Gefahr für den Damm während der Bauphase bzw. bei Betrieb der Strecke. Hier werden bewusst Menschen in Gefahr gebracht.

 

Wir vertreten die Interessen der Einwohner von Steinau und Marborn, die durch die Variante IV massiv belastet werden. Eine Brücke über den Stausee Richtung Marborn, die noch über die Autobahn A66 geht, ist für die Marborner Bürgerinnen und Bürger nicht hinnehmbar! Eine Brücke über das Steinaubachtal ist für Steinauer Bürgerinnen und Bürger nicht hinnehmbar!

 

Jetzt warten alle gebannt auf den 08.06.2018, wenn die Bahn ihre Vorzugsvariante bekanntgeben will. Egal wen es trifft, der Verlust an Lebensqualität wird das obere Kinzigtal und den Vogelsberg betreffen und die Region nachteilig verändern!

 

 

Werner Herd

 

Ortsvorsteher Steinau

 

 

Karsten Dill

 

Ortsvorsteher Marborn